Themenwochenende "tredniheB" in HüBa 2002


Das traditionelle Stella-Wochenende hatte dieses Jahr schon durch das Thema einen besonderen Charakter. Es drehte sich alles um "tredniheB", also "Behindert". Nachdem fast alle eingetrödelt waren, d.h. zwei fanden den Weg nicht und kamen deshalb später, tasteten wir uns erst einmal durch Frageplakate, die wir dann zusammen besprachen, an das Thema des vor uns liegenden Wochenendes heran. Wir wurden z.B. gefragt, was für Behinderungen es eigentlich gibt, ob wir Behinderte kennen und was wir denken, wenn wir eine(n) Behinderte(n) auf der Straße sehen, nur um ein paar zu nennen.

Vor dem Essen machten wir dann noch lustige "Spiele mit Behinderung", bei denen man selbst erfahren konnte, was "behindert" eigentlich heißt. Das "normale" Abendbrot gab es dann jedoch nicht, denn einige durften am eigenen Leib erfahren, wie es ist, fast gelähmt, oder ohne ein Wort zu sagen, zu essen. Am späteren Abend machten wir, um den ersten, spannenden Tag schön abzurunden noch eine Massagestunde, die alle Teilnehmenden entspannt in den neuen Tag brachte.

Am Samstag beschäftigten sich drei Workshops mit jeweils einem anderen Behinderung: "Gebärdensprache", "Das dunkle Paradies" (Blindsein) und "psychische Behinderungen". Wir waren alle schnell von Gebärden- und Blindensprache begeistert und versuchten auch schon damit zu kommunizieren, was bei manchen auch schon ganz gut klappte. Außerdem verstanden wir dann, was psychische Behinderungen sind und was solche Menschen fühlen. Nach einem ausgiebigen, erheiternden Spaziergang mit lustigen Spielen talkten wir mit Christian "Basta" Brahmann, einem Ex-VLer, der als Sonderschulpädagoge selbst mit Behinderten arbeitet und uns übers Wochenende richtig ans Herz gewachsen ist. Es wurde über verschiedenste Behinderungen gesprochen und darüber, wie man mit behinderten Mitmenschen umgeht. (sehr informativ!!!!) Den anstrengenden Samstag beendet jede(r) mit dem Durchlaufen eines Sinnesparcours auf dem Dachboden der "Alten Mühle". Hier musste sich jeder auf ihren/seinen Tast- und Hörsinn verlassen. Den Abend verbrachten die einen bei Brettspielen, die beim Herumtollen im legendären Sternchenzimmer.

Den Tageseinstieg am Sonntag bildete ein kleiner Wortgottesdienst, den einige am Vortag vorbereitet hatten. Wie für ein Stellawochenende selbstverständlich fehlte beim abschließenden Hausputz auch die Schaumschlachten und anderen Witzigkeiten nicht. Beim Abschlussgespräch kamen wir auf die Idee, Kontakt zu kleineren Gruppen von behinderten Schülern der Lebenshilfe-Schule Bamberg, aufzunehmen und diese zu treffen, um Vorurteile und Hemmschwellen zu überwinden und abzubauen. Wir möchten uns alle ganz herzlich für den Besuch von Basta bedanken, der uns Antworten auf unsre vielen Fragen gegeben hat und uns sehr geholfen hat, dieses Thema richtig zu verstehen!

© Andi Ellner