Märchen


Du bist mein Stern

Über den sieben Hügeln zog die Dunkelheit herein. Nebel überzog den Regnitzgrund wie ein Schlauch und stieg hinauf zum Stephansberg. Das Düstere dieses Anblicks störte lediglich ein kleiner Stern; er strahlte zwischen all den düstren Bäumen und Büschen hervor, wenn auch ganz schwach.

Es wurde wieder Morgen am Stephansberg. Die ersten Eifrigen erstürmten schon in winterlicher Dunkelheit den Hof und auch der kleine Stern erwachte. Leuchtend-sternig-schön strahlte sein Sonnengelb vom Schulhimmel und er sprang quitschfidel umher.

Was war das für ein Stern, welcher Nebel, Frost und Dunkelheit trotzte?

Sein Name war Morgenstern und er hörte auf den Spitzname „Stella“. Am E.T.A. sei er zu Hause, erzählte er jedem, der ihn fragte. „Ein Stern an unsrer Schule?“, wunderte sich so mancher Schüler in der morgendlichen Kälte.

Mehr und mehr Schüler füllten das Schulgelände. Unter ihnen waren auch einige zu finden, die den Stern kannten: sie wussten von spannenden Erlebnissen mit dem Stern zu berichten: so hatten sie zum Beispiel im vergangenen Jahr eine ganze Lebenswoche des Stern miterlebt und konnten auf dem Zeltlager alle Freunde der „Stella“ am Sternenhimmel kennenlernen.

Bekanntschaft mit dem Stern könnten auch andere schließen. Sie müssten nur der Einladung des Sternes folgen, um gemeinsame Abenteuer mit ihm zu bestehen.

Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich gegenseitig Geschichten vom kleinen Stern erzählte. Gemeinsam schmiedeten die Schüler einen Plan: sie wollten „Stella“ treffen – sie wollten auch das Besondere des Sterns erfahren. Für ihr kommendes Jahr vereinbarten sie viele Treffen mit dem Stern. Die Gemeinschaft, die sich nun um den Stern gebildet hatte, war unzertrennlich. An jedem Abend, den sie gemeinsam verbrachten, sangen sie ein Lied. Der Stern freute sich und begann zu leuchten, zu strahlen und das Dunkel der Nacht zu erhellen.